Forschungsprojekte

Fotografie und Trauma in literarischen Texten aus dem postjugoslawischen Raum (Ingeborg Jandl)

Intermediale Bezüge zwischen Literatur und Fotografie stehen im Zentrum dieses Habilitationsprojekts. Der Fokus liegt auf ontologischen Ebenen, die durch Erwähnung, Ekphrasis oder Abbildung von Fotografien in literarischen Werken entstehen können. Anhand ausgewählter postjugoslawischer Erzähltexte sollen unterschiedliche Foto-Text-Beziehungen herausgestellt werden. Durch den historischen Entstehungskontext mitbedingt, stellt das kollektive Trauma der Jugoslawienkriege in jeweils individueller Prägung ein wichtiges verbindendes Element im Textkorpus dar, das den thematischen Rahmen dieser Arbeit bildet.

Visuelle und soziale Aspekte von Schriften am Beispiel des südslawischen Raumes (Katharina Tyran)

Das Forschungsvorhaben ist angeleitet von der Frage nach visuellen und sozialen Aspekten der Schriftverwendung sowie der Kontextualisierung von Schriftgeschichte und -tradition zur Argumentierung kultureller und nationaler Räume und Identitäten. Es fragt, wie und durch wen Schriften in der Gesellschaft positioniert und verortet werden, um Zugehörigkeiten (neu) zu verhandeln, und welche kulturellen Praktiken daraus entstehen, was abschließend in der Frage nach neuen, doch inhärenten, Funktionen und Betrachtungsweisen für Schriftsysteme resultiert.

Südslawische Linguistic Landscape in Wien (Katharina Tyran)

Das Forschungsprojekt im Rahmen einer Lehrveranstaltung dokumentierte die Sichtbarkeit südslawischer Sprachen in der Wiener Linguistic Landscape. Wir suchten nach sprachlichen Zeichen im urbanen Raum, konkret in zwei Arealen in Ottakring und Erdberg, das gesammelte Material wurde hinsichtlich der Zeichenarten, Funktionen und abgebildeten Sprachen analysiert. Die im Rahmen dieses Forschungsprojektes gesammelten sprachlichen Zeichen sind über die Lingscape-App öffentlich zugänglich.

Sichtbarkeit von Volksgruppensprachen im öffentlichen Raum  (Katharina Tyran)

Im Rahmen einer Mikrostudie wird die Verwendung der kroatischen und deutschen Sprache im Burgenland analysiert, konkret am Beispiel der Initiative zur Aufstellung zweisprachiger Straßenschilder in Neudorf im Nordburgenland. Das Projekt dokumentiert die sprachlichen Zeichen und analysiert sie mit Zugängen der Linguistic Landscape Forschung.

Andrićgrad – parallactic counter-monumentalism (Miranda Jakiša)

Guter Geist und wiederkehrendes Gespenst: Die südslawische Volksepik (Miranda Jakiša)

Post-Jugoslawistik: Zur Südslawistik unserer Gegenwart und ihrem Spielraum (Miranda Jakiša)

Kommentierung der ‘Jugoslawien-Texte’ Peter Handkes (Miranda Jakiša)

Performing Victimhood (Senad Halilbašić)

The postdoctoral project Performing Victimhood explores contemporary victimhood narratives and their political function as founding myths of nation-states by exploring their treatment specifically within theatre and performance. One particular focus are victimhood narratives of the South Slavic region. The political function of such founding myths in the construction of collective identities has been a research focus of South Eastern European Studies for quite some time already. The instrumentalisation of victimhood narratives in the process of South Slavic nation-state formations, also in the context of Yugoslavia’s breakup and the Yugoslav Wars, has been explored, but less attention has been given to victimhood narratives and performances in the South Slavic regions today and their current contexts. The project’s aim is to explore the discursive role of theatre and performance in the South Slavic region in forming or questioning current victimhood narratives. Furthermore, the research will grow into a comparative study, examining current victimhood narratives of other regions and cultures and their reflections in the performative arts.